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Die ganze Woche in der Knödelzeit
15.06.2013

Willkommen im Knödelparadies – seit einem Monat hat Anita Schweiger im Gasthof Schrenk in Passail (Steiermark) die „Knödelzeit“ ausgerufen: Zahlreiche köstliche pikante und süße Varianten des Knödels begeistern die Gäste, die sich hier wie im „Knödelparadies“ fühlen können.

Vor sieben Jahren hat Anita Schweiger, 48, die aus der Obersteiermark stammt, den Gasthof Schrenk, der in Passail (Stmk.) am Marktplatz liegt, übernommen: „Davor war ich schon als Geschäftsführerin hier im Haus.“ Das neue Konzept für den Gasthof hat sie erst vor kurzem entwickelt, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ewald Ploner, 48, einem Maler und Lackierer aus Kirchdorf an der Krems (OÖ), der eines Tages als Gast vorbeikam, weil er im Ort einen Haflinger kaufen wollte, und sein Herz an die fesche Wirtin verloren hat. „Wir haben uns überlegt, dass wir etwas anders machen wollen. Schnitzel und Zwiebelrostbraten, das kann hier überall gegessen werden. Dann sind wir auf die Knödel gekommen, weil Ewald als Oberösterreicher gerne Knödel isst.“ Schweiger besuchte einen Knödelkochkurs in Wien und durfte dann noch bei Fred und Sandra von der „Knödelalm“ im Ausseer Land ausgiebig in der Küche schnuppern. „Das sind Freunde von Ewald, ich hab viel von ihnen gelernt und sie haben mir alles erklärt.“

Während ihrer „Knödellehrzeit“ wurde der Gasthof modernisiert, der neuen Küchenphilosophie „Hausgemachte Knödel mit Herz und frischen Kräutern“ entsprechend. Frische Kräuter stehen in Töpfen in der Gaststube, Polster und Vorhänge sind mit gestickten und gedruckten Kräutern geschmückt. „Wir haben Altes mit Neuem verbunden, zum Beispiel aus einem alten Hackstock haben wir einen Tisch gemacht, und aus der Selch das Raucherzimmer, das passt eh, die Raucher gehen in die Selch, seit die Gaststube rauchfrei ist.“ In der Selch steht der Stammtisch, 50 Plätze gibt es in der Gaststube, 50 in einem extra Saal und 40 auf der Terrasse vor dem Haus. Eine große Schwarzweiß-Fotografie vom Knödelmachen schmückt die Wand und macht Appetit auf das, was in der Küche produziert wird, und zwar in großen Mengen: „Es gibt Tage, wo viel los ist, da stehe ich um 5 Uhr früh in der Küche und formte 200 Knödel.“

Anita hat sechs Mitarbeiter, Nachbarskind Leni, 4, kommt täglich vorbei und schaut staunend beim Knödelformen zu: „Die Leni ist unser guter Geist!“

Knödel schwimmen hier schon in der Suppe; es gibt Erdäpfelsuppe mit Bröselknöderl (€ 3,30), Leberknödelsuppe (€ 2,80) oder Fritattenknöderlsuppe (€ 2,60). Doch die Köchin hat auch eigene Knödelspezialitäten entwickelt. Es gibt fleischlose Varianten wie Gebackene Erdäpfel-Rotkrautknödel in Pilzrahmsauce (€ 7,50) oder Basilikum-Stollenkäseknödel, gefüllt mit Stollenschafkäse auf Vogerlsalat und Kürbiskernpesto (€ 8,90), Spinat-Käseknödel mit zerlassener Butter und Parmesan auf Blattsalaten (€ 7,90) und Geröstete Knödel mit Ei (€ 6,90).

„Ich verwende nur regionale Produkte, das kommt alles hier aus der Gegend.“ Fleisch und Wurst liefert die Fleischerei Bierbauer, das Lamm stammt von Josef Windisch, die Eier von Petra und Robert Schrenk, alle aus Passail; der Stollenkäse kommt aus Arzberg und der Topfen von Martha Klammler aus Hohenau.

Eine klassische herzhafte Variante sind die Speckknödel mit Sauerkraut (€ 7,50), aber es gibt auch Blunzenknödel (€ 7,90), Leberkäseknödel (€ 7,90) und Chili-con-Carne-Knödel (€ 8,50). Wer von allem etwas versuchen möchte, wählt das Knödel-Kuddel-Muddel (sechs verschiedene Fleischknödel, serviert mit drei Krautvarianten; € 22). Für Fleischtiger, die Knödel als Beilage betrachten, werden Lammkoteletts mit gebackenen Rotkrautknödeln (€ 22,50) oder Schweinsbraten mit Sauerkraut und Semmelknödel (€ 8,90) angeboten. Zum Dessert gibt es Marillenknödel (mit Butterbröseln und Minzeblatt; 1 Stk. € 2,90) und Topfenknödel (mit Honigfrüchten; 3 Stk. € 5,80), aber auch Erdbeer-Schokoknödel (mit Kokosraspeln, 1 Stk. € 3,10), Nougatknödel (2 Stk. € 4,50) oder eine Riesenkugel gebröseltes Vanilleeis (€ 2,70). Dazu wird Puntigamer Bier ausgeschenkt oder ein Glas guten österreichischen Weins, oder – darauf ist Anita Schweiger stolz – Säfte von der Firma Almenland (in den Geschmacksrichtungen Kräuter, Pfirsich oder Schwarzbeer-Birne) oder von der Familie Macher, einem oststeirischen Familienbetrieb (naturtrüber Apfelsaft, Apfel-Karotte, Apfel-Weichsel oder Apfel-Himbeer). „Wir führen keine Industriesäfte, und die Familien, die zuerst ein Cola bestellen wollen, sind nachher fast dankbar, wenn den Kindern plötzlich ein richtig guter Saft schmeckt“, strahlt die sympathische Wirtin.

Knödelzeit Gasthof Schrenk: Markt 20 , 8162 Passail (St.) Tel: 03179/23209
Küche: Do – Mo 11.30 – 21 Uhr,  Ruhetage: Di, Mi, NR (R in der „Selch“ oder im Garten), keine Kreditkarten

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